Parodieren ohne zu verarschen: Olli Dittrich als Beckenbauer-Double

Nils 5. Juni 2015
2015-03-10 21.56.51

Wie kann man jemanden parodieren, ohne sich über ihn lustig zu machen? Die Antwort auf diese Frage liefert Olli Dittrich gestern Abend in der Mockumentary “Schorsch Aigner – der Mann, der Franz Beckenbauer war”.

Seine Immitationen von Franz Beckenbauer hatte Dittrich bereits häufiger gezeigt, wenn er für kurze Scherze in den Beckenbauer machte. In der nun veröffentlichten halbstündigen Produktion wählte er den charmanten Weg, nicht als Beckenbauer selbst aufzutreten, sondern als dessen fiktives Double. Um diese Idee wurden einige Geschichten gesponnen, die tatsächliche Ereignisse im Günter Hetzer Stil (11 Freunde) aufklären sollen. So erzielte nicht Beckenbauer selbst zwei Eigentore innerhalb einer Woche (Sepp Maier forderte danach einen Sonderbewacher für seinen Mitspieler) sondern natürlich sein Double Schorsch Aigner. Und man erfährt, warum Beckenbauer in Katar angeblich “keine Sklaven” sah.

Typisch für Dittrich punktet der Film nicht mit großen Schenkelklopfern sondern mit liebevollen Details, die niemals unter die Gürtellinie gehen. Insgesamt kurzweilige 28 Minuten Fußball-Satire.

Schorsch Aigner in der Mediathek